Unsere Devise: Minimaler Pflanzenschutz.

 

Es ist unsere Devise, den Pflanzenschutzaufwand schon aus Kostengründen so gering wie möglich zu halten. Leider ist es jedoch unmöglich beim Erdbeeranbau auf Vorsorgemaßnahmen gegen Pilzbefall zu verzichten, wenn wir gute Früchte pflücken möchten.

Der integrierte Pflanzenbau wird hierbei von uns beherzigt. Wie bei allen anfälligen Feldfrüchten (z.B. Kartoffeln oder Wein) werden unsere Erdbeeren zwar relativ oft, dafür aber mit extrem geringen Mengen gespritzt. Die Spritzungen erfolgen fast ausschließlich in die Blüte. Nur ein kleiner Teil der schon ausgebildeten Früchte ist von den Pilz- und Mehltaumitteln benetzt. Da die Konzentration jedoch gering ist, wird das Mittel von der Frucht nicht aufgenommen, sondern haftet außen auf der Wachsschicht und verhindert so den Schimmelpilzbefall.

Um das Verbrennen der Blätter durch Sonneneinstrahlung zu verhindern, werden diesen  Pflanzenschutzmaßnahmen meistens in den frühen Morgen oder den späten Abendstunden durchgeführt.

Von Ihrer Gartenpraxis her wissen Sie sicherlich, wie ekelig die grauen verschimmelten Erdbeermäuseanzusehen sind.

Da die Ansteckung extrem hoch ist, ist eine angemessene Prophylaxe sehr wichtig für Ihren Pflückspaß.

 

 

Pflanzenschutzmittel werden unterteilt in Fungizide, Herbizide und Insektizide. Fungizide bekämpfen Pilzkrankheiten, Herbizide vernichten Unkraut und Insektizide töten Schädlinge, wie Läuse oder Spinnmilben. Fungizide und Pestizide sind weitestgehend ungiftig und unbedenklich für den Menschen. Alle Insektizide wie Blattlausmittel oder ähnliches sind dagegen sehr, sehr giftig.

Erdbeeren werden jedoch in aller erster Linie gegen Schimmelpilze behandelt. Läuse treten bei Erdbeeren so gut wie gar nicht auf und werden außerdem gegebenenfalls schon im Februar bekämpft.

Selbstverständlich halten wir alle gesetzlich vorgeschriebenen Wartezeiten exakt ein.

Das bedeutet, Sie dürfen auch beim Pflücken die Erdbeeren ohne schlechtes Gewissen in vollen Zügen naschen und genießen!

 

 

Unkraut ade!

 

Natürlich müssen wir auch das Unkraut bekämpfen und setzen dafür soweit es möglich ist, unsere Technik ein. Für das Unkraut zwischen den Erdbeerreihen, haben wir spezielle Kästen angefertigt, in denen nur die Zwischenräume abgespritzt werden.

Würde nur ein Tröpfchen an die Erdbeeren kommen, würden diese empfindlichen Pflanzen eingehen.

Das Stroh verhindert dann in der Ernte weitestgehend die Unkrautwucherung. Und der Rest ist mühselige Handarbeit!!

 

 

Unsere Saisonkräfte nutzen jede freie Minute, um zwischen den Erdbeerpflanzen Unkraut zu hacken und zu ziehen.

Vielleicht mögen Sie sagen: »So‘n bisschen Unkraut würde mich gar nicht stören«, aber leider haben wir nicht nur Melde oder Stiefmütterchen in den Erdbeeren, sondern auch fiese Unkräuter wie Disteln oder Brennesseln, die beim Pflücken äußerst unangenehm sind. Außerdem werden die Erbeerpflanzen meist so überwuchert, dass sie fast ersticken und die Sonne die Früchte nicht reifen lassen kann.

 

 

Verspäten und Verfrühen

 

Mit Stroh die Erdbeersaison verlängern.

Wir streuen unsere Erdbeeren Anfang Mai mit Stroh ein, damit die Früchte vom Regen nicht so erdig und sandig werden. Natürlich lässt es sich auf Stroh bei Nässe auch besser laufen und das Unkraut kommt nur erschwert hoch.

 

 

Aber wussten Sie auch, dass wir mit Stroh unsere Erdbeeren verspäten können? Einen Teil der Erdbeeren streuen wir schon bei Frost im Januar dick mit Stroh ein. Dadurch wird im Frühling die Erde nicht so schnell erwärmt und die Erdbeeren wachsen langsamer und reifen dementsprechend später.


 

 

Verspäten und Verfrühen

 

Frische heimische Erdbeeren zum Muttertag?

Das ist nur möglich, wenn erstens das Wetter mitspielt und uns viele warme Frühlingstage beschert und zweitens wenn wir die Erdbeeren verfrühen. Damit ist kein chemisches Vorgehen gemeint, sondern reine Handarbeit.

Die Erdbeeren werden mit Folie und Vlies abgedeckt, das geschieht wenn das Gros der kalten Tage vorbei ist, also Mitte Februar, und wenn die Vegetation zu treiben beginnt.

Durch die Folie wird die Erde länger und nachhaltiger erwärmt, sodass die Erdbeeren zügiger wachsen, ohne die starke Abkühlung mancher doch noch frostiger Nächte.

Fangen die Erdbeeren an zu blühen, muss die Folie samt Vlies herunter, da Erdbeeren von Bienen fremd bestäubt werden und sonst keine Früchte tragen würden. Und wenn dann noch Petrus ein Einsehen hat, dann können Sie am Muttertag die ersten frischen Erdbeeren mit Schlag oder Eis genießen.

 

 

Um diesen Genuss für Sie noch sicherer zu machen haben wir 2009 in sogenannten Wandertunnel investiert, das sind Foliengewächshäuser, die sich relativ leicht von Feld zu Feld umstellen lassen. In den Wandertunneln haben wir die Erdbeeren von Hand auf Erddämme gepflanzt, die sich noch schneller erwärmen und zusätzlich mit Vlies abgedeckt. Zur Befruchtung wir in jedes Folienhaus ein Hummelvolk ausgesetzt.

Wird es zu warm, müssen die Tunnel belüftet werden, das bedeutet von Hand die Seitenwände hochbinden und die Türen aufstellen. Abends muss wegen drohender Nachtfröste alles wieder schön propper verschlossen werden. Klar, dass auch das Unkraut von Hand gehackt wird, oder?


 

Familie Wedeking . Vornhagen 8 . 31702 Lüdersfeld . info@obstbauer-wedeking.de . T 0 57 21/ 7 40 57



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